Tschechien

Kurzer Überblick über den Arbeitsmarkt

Beschäftigungsstruktur in Tschechien mit starken regionalen Unterschieden

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt der Tschechischen Republik ist durch erhebliche regionale Unterschiede gekennzeichnet. Dies wird insbesondere bei einem Vergleich der nördlichen und östlichen Regionen des Landes z. B. mit der Mittelböhmischen Region oder der Hauptstadt Prag offensichtlich. Die niedrigsten Arbeitslosenquoten verzeichnen die Region Pilsen (3,6 %), die Region Königgrätz (3,7 %) und traditionell die Hauptstadt Prag (3,7 %). In Prag sind Investoren und Dienstleistungen stark vertreten, vor allem im Immobilien- und im Tourismusbereich. Die Arbeitslosenquote in der Tschechischen Republik lag nach Angaben des Ministeriums für Arbeit und Soziales zum 30.9.2016 bei 5,2 %, was bedeutet, dass die Zahl der Arbeitslosen in den Regionen insgesamt gegenüber dem letzten Jahr zurückgegangen ist.

Was die Beschäftigten aus anderen Staaten der Europäischen Union betrifft, so geht aus den Statistiken hervor, dass die meisten ausländischen Arbeitskräfte eindeutig aus den Nachbarstaaten, vor allem aus der Slowakei und Polen, kommen. Vertreten sind jedoch auch Bürger aus Drittstaaten, insbesondere aus der Ukraine, Weißrussland, Russland, Vietnam und China.

Die Altersstruktur der erwerbstätigen Bevölkerung wird wesentlich von der langfristigen demografischen Entwicklung bestimmt. Dem Rückgang der Beschäftigung in der Altersgruppe 15-29 Jahre, der in erheblichem Maße auf das gestiegene Interesse der jungen Menschen am Besuch einer weiterführenden Schule oder Hochschule zurückzuführen ist, steht ein starker Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen in der Gruppe der über 50-Jährigen gegenüber. Diese Risikogruppen werden durch verschiedene europäische Projekte, in deren Rahmen ihnen die Arbeitsämter der Tschechischen Republik Umschulungsmaßnahmen anbieten, speziell gefördert. Die aktuellen Verschiebungen in der Alterszusammensetzung der erwerbstätigen Bevölkerung, von der über ein Viertel älter als 50 Jahre ist, lassen wesentliche Veränderungen in der Quote und Struktur der Beschäftigung bis zum Ende des Jahrzehnts erwarten.

Die Beschäftigung in der Landwirtschaft und im Bauwesen geht zurück, was sich auch in den grenznahen Regionen zu Polen zeigt. Die Nachfrage nach Arbeitskräften im Dienstleistungssektor nimmt zu, vor allem in den Nachbarländern Österreich und Deutschland. Die besten Beschäftigungsaussichten haben Bewerber aus der Altersgruppe der 25- bis 40-Jährigen in den Bereichen IT, Technik, Verwaltung, Medizin, Gesundheitswesen sowie in den Rechtsberufen und bei Expertentätigkeiten. Der langfristige Trend zur Arbeitsuche im Ausland hält weiter an. Er betrifft vor allem Saisonarbeit, Gastronomie und Hotellerie, Hilfstätigkeiten, Tätigkeiten als Maler, Schweißer, Lackierer, Kraftfahrzeugführer u. Ä.

Der nominale durchschnittliche Bruttomonatslohn betrug im 2. Quartal 2016 insgesamt 27.297 CZK, was umgerechnet etwa 1.010 EUR entspricht (Tschechische Nationalbank, Eurokurs per 30.9.2016). 

Text zuletzt geändert am: 03/2017

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Erstellt am: 6.09.2017, aktualisiert am: 10.05.2018
Themen: Tschechischer Arbeitsmarkt, Arbeitsbedingungen, Leben und Arbeiten in Tschechien